Gerichtsgutachten


Gerichtsgutachten werden direkt vom Bezirks- oder Landesgericht bzw. der Staatsanwalltschaft in Auftrag gegeben. Dabei bestellt der Richter den Sachverständigen mittels einem Beschluss.

 

Für die Arbeit des Gutachters gelten neben den gesetzlichen Grundlagen sog. Standesregeln (Verhaltensgrundsätze bei der Arbeit als Gutachter), welche auf der Homepage des Hauptverbandes der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen Österreichs veröffentlicht sind, sowie Ethikrichtlinien für die psychologische Arbeit.

 

http://www.gerichts-sv.at/standesregeln.html

https://www.boep.or.at/

 

Ein Gutachter hat neutral und objektiv zu arbeiten. Ist ihm dies nicht möglich, so hat er sich für befangen zu erklären und den Auftrag abzulehnen. Er soll aus psychologischer Sicht nach den geltenden wissenschaftlichen Standards ("state of the art") die Fragestellungen des Gerichtes in der Regel in einem schriftlichen Gutachten beantworten. Dabei steht ihm die Auswahl der Methoden zur Befunderhebung frei, wenngleich diese ebenfalls dem wissenschaftlichen Status quo zu entsprechen haben.

 

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer eines Gutachterauftrages beträgt in Abhängigkeit des Umfanges der richterlichen Fragestellungen zwei bis vier Monate.